Aktuelles

// Wortklauberei im Schulausschuss ist verantwortungs- und niveaulos! //

„Unser Schulsystem droht zu implodieren und der Schulausschuss übt sich in Wortklauberei“, so kommentiert Harald Haupt, Kreisvorsitzender der GEW Region Hannover, die Ergebnisse des Schul- und Bildungsausschusses. Damit spielt er darauf an, dass sich der Ausschuss nicht auf eine Expert*innenanhörung verständigen konnte. Diese hätte Lösungen beitragen können, um die immensen Schüler*innenwanderungen zwischen den Schulformen einzudämmen. „Das ist verantwortungs- und niveaulos!“, so der Pädagoge. Stattdessen fand eine Debatte darüber statt, wie das Problem genannt werden soll: Abschulung oder Schulformwechsel. „Das ist absurd“, so der GEW-Kreisvorsitzende.

Ein Ansatz wäre die organisatorische Zusammenfassung der Grundschule-Kronsberg mit der IGS Kronsberg gewesen. Schule muss umfassend und von den Kindern und Jugendlichen her gedacht werden. „Wenn dies von Klasse 1 bis 10 in einem durchgängigen pädagogischen Konzept geschieht, wäre das ein großer Fortschritt gewesen“ so Haupt.

Der Schulausschuss scheint sich in Teilen nicht bewusst zu sein, welche Probleme er zu bewältigen hat. Haupt vermutet dahinter auch „Wahlkampfgetöse“, das hier allerdings auf dem Rücken der Zukunft vieler Kinder ausgetragen werde. Dabei hat noch kein/e OB-Kandidat*in mit einem Konzept geglänzt, wie sie/er die schulpolitischen Probleme angehen will.

In Anbetracht der sich von Schuljahr zu Schuljahr zuspitzenden Lage mahnt die GEW an, dass es nicht länger sein darf, dass Rita Maria Rzyski sich als Dezernentin zusätzlich weiterhin um das Personaldezernat kümmern muss. „Die schul- und bildungspolitischen Belange sind zu wichtig, als dass sie nur nebenbei laufen können“.

// Augenwischerei bei der Standortwahl des 18. Gymnasiums //

Die weitere Verzögerung der Entscheidung über die Planung des 18. Gymnasiums ist ein hausgemachtes Problem. „Von Beginn an hätte die Stadt sagen können, dass es aus ihrer Sicht wegen der fehlenden städtischen Flächen keine Alternative zu diesem Standort in Bemerode gibt“, so Harald Haupt, Vorsitzender der GEW Region Hannover. Den Standort „Südwest“ wegen möglicher Lärmbelästigung zu verwerfen kann als Einladung gesehen werden, gegen den Bau der Schule zu klagen. Das würde das Planungsverfahren weiter hinauszuzögern. Baulich sollte es ein geringeres Problem sein etwas gegen den Bahnlärm zu unternehmen als gegen Pausengeräusche vom Schulhof.  

Längst geht es nicht mehr nur um diese eine Schule, die benötigt wird. Die steigende Schüler*innenzahl ist längst bekannt. „Bei der Schulentwicklung fehlt schlicht ein Gesamtkonzept“ stellt Haupt fest. Wenn schon die Planung dieser einen Schule wegen der fehlenden öffentlichen Grundstücke derart verzögert wird, dann dürfte das Problem bei den weiteren benötigten Schulen ebenso zum Tragen kommen.    

Die GEW Region Hannover stellt die Notwendigkeit eines weiteren Gymnasiums grundsätzlich in Frage. Dennoch wäre die Diskussion eines Gesamtkonzepts eine Möglichkeit, unterschiedliche Interessen in der Schulentwicklungsplanung zu berücksichtigen, um damit schneller zu einem Ergebnis zu kommen. Ein Gesamtkonzept würde im Vorfeld die weiteren Interessen von öffentlicher Bedeutung, wie z. B. Sportstätten oder in diesem Fall den Schützenplatz, einbeziehen und nicht zusätzlich für weitere Verzögerungen sorgen.   

Keine Kürzung bei der kommunalen Schulsozialarbeit! GEW kritisiert: wieder wird bei den Ärmsten gespart

Jede vierte Familie in Hannover lebt in Armut, so war es der Presse nach der letzten Schulausschusssitzung zu entnehmen. Kaum ist diese dramatische Schlagzeile verklungen, da wird eröffnet, dass bei der kommunalen Schulsozialarbeit Stellen wegfallen sollen. Die Schulen als auch die Schulsozialarbeiterinnen sind darüber „mit Bedauern“ in Kenntnis gesetzt worden. Die betroffenen Eltern sind empört! Die Schulen, die dies betrifft liegen allesamt in Stadtteilen, in denen die Kinderarmut deutlich höher ist als nur ein Viertel. „Wieder wird bei den Ärmsten gespart, obwohl Unterstützung am dringendsten benötigt wird“, empört sich Harald Haupt, Kreisvorsitzender der GEW Region Hannover. Er erinnert sich an Aussagen der Stadtverwaltung, wonach die kommunale Schulsozialarbeit nicht gekürzt werde solle, auch nicht, obwohl bekannt ist, dass sich das Land bei dieser Aufgabe stärker engagiert. „Die Zunahme der sozialen Schieflage ist bekannt, sie wird hingenommen statt etwas dagegen unternommen“, so Haupt. Seine Forderung: trotz andauernder Haushaltskonsolidierung muss der Bildungsbereich von dem Spardiktat ausgenommen werden!

Die schulische Sozialarbeit der Kommune und des Landes ergänzen sich in ihren Möglichkeiten. Es kann dabei nicht das eine Unterstützungssystem gegen das andere gestellt werden. Daher kann Haupt auch das Argument nicht nachvollziehen, dass die betroffenen Schulen auf Schulsozialarbeiter*innen des Landes zurückgreifen könnten. Die bestehenden und in vielen Jahren aufgebauten stadtteilbezogenen Netzwerke und Strukturen sind nicht einfach von heute auf morgen zu ersetzen. Haupt befürchtet, dass durch mögliche Personalwechsel diese Arbeit erst wieder neu aufgebaut werden muss.    

„Ungleiches muss ungleich behandelt werden, um soziale Nachteile auszugleichen! Das muss der Maßstab jeder politischen Entscheidung sein!“ so Haupt.