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Die Gerüchteküche brodelt

Und jede Woche, so scheint es, wird ein neues Süppchen für die SEK I gekocht. Es ist noch gar nicht so lange her, da lehnte der Schulausschuss den Antrag des Bezirksrats, in der Hauptschule in Anderten eine Oberschule einzurichten, mehrheitlich ab. Hannover bräuchte keine weitere Schulform sondern weitere IGSen. Vor wenigen Wochen hieß es auf einmal, dass Hannover nun doch Oberschulen braucht, die Schulleiter_innen der Realschulen, Hauptschulen und HRSen wurden entsprechend beraten. Jetzt ist davon keine Rede mehr, die Kommunalpolitiker_innen von der Linken, den Grünen und der SPD lehnen auch weiterhin die Errichtung von Oberschulen ab. Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht. Allerdings wünschen sie sich die Errichtung einer neuen IGS. Und zwar z.B. am Standort der RS Misburg mit Außenstelle in der Pestalozzi-Hauptschule , aber nur dann, wenn die betroffenen  Kollegien und Schulgremien, die derzeit Konzepte für eine Oberschule entwerfen, motiviert sind, eine IGS zu gründen. Dafür müssen integrierte Gesamtschulen attraktiv werden und das fängt bei den Gebäuden und der Raumausstattung an, die auf die Bedürfnisse einer IGS zugeschnitten werden müssen.


Die Stadtverwaltung hält allerdings die für eine IGS in Frage kommenden Gebäude der noch bestehenden Real- und Hauptschulen für zu klein. Folglich reagieren Teile der Schulverwaltung mittlerweile allergisch auf Schulformbezeichnungen. Es komme doch nicht auf die Verpackung und die Etikettierung an, sondern auf die pädagogischen Inhalte. In einer AG „Integrierte Systeme“ sollen bis zum Herbst  die Schulleiter_innen der RSen/HSen und HRSen überlegen, wie es für sie unter den erschwerten Bedingungen, dass einerseits die Gebäude zur Zeit für eine IGS ungeeignet sind und andererseits die Stadt ein Haupt- und Realschulangebot vorhalten soll, zu einer vernünftigen Lösung im Sinne der SchülerInnen kommen kann. Vielleicht helfen hier die Hinweise, dass es Planungen gebe, im neuen Schulgesetz OBSen und IGSen, was die Ressourcen anbelangt, gleichzustellen. Auch eine Abschulung in eine andere Schulform solle nicht mehr möglich sein.

Die Wasserstadt im Westen Hannovers wird vermutlich auch eine neue weiterführende Schule  bekommen. Aber bislang ist überhaupt nicht klar, wie groß die Wasserstadt sein wird. 500 oder 5000 Einwohner_ innen? Überwiegend Bürger_innen, die ihre Kinder aufs Gymnasium schicken würden, oder wäre bei einer sozial ausgewogenen Bevölkerungsstruktur nicht vielmehr die Errichtung einer neuen IGS angezeigt?

Braucht die Stadt überhaupt ein weiteres Gymnasium? Die Schulleiter_innen der Gymnasien wünschen sich An- und Ausbauten ihrer Gebäude, sie wehren sich gegen ein weiteres Gymnasium. In der Schulausschusssitzung am 28.5. sollte über die Errichtung bereits abgestimmt werden. Andererseits wird aber auch gemunkelt, dass ein Gymnasium geschlossen werden soll … Aktuell sind die Anträge diesbezüglich in die Fraktion zurückgezogen und die Abstimmung ist vertagt worden.

Was wird aus dem Schulgebäude in der Petit-Couronne-Straße? Das neue Gymnasium sollte dort zunächst einziehen, bis der Neubau fertig gestellt sein wird. Oder soll hier eine Zweigstelle für die IGS Badenstedt entstehen, vielleicht langfristig sogar eine Oberstufe? Die neueste Gerüchteküche liebäugelt nun mit einem neuen sechszügigen  Gymnasium in einem ehemaligen BBS-Gebäude in der Nähe der Wasserstadt … Und das KWRG soll keinen neuen Zug bekommen, nur die Luther- und die Goetheschule erhalten Anbauten mit je einem neuen Zug.

Der Stadtelternrat fordert eine durchdachte Schulentwicklungsplanung, bei der neben der demografischen Entwicklung die Rückkehr zu G9, die inklusive Beschulung und der Ganztagsbetrieb bei den Umbauten der Gymnasien und bei einem eventuellen Neubau in erforderlichem Ausmaß in die Überlegungen mit einbezogen werden.
Wenigstens scheint es so, dass die Errichtung eines kooperativen Oberstufenzentrums für die IGS Büssingweg, die IGS List und die IGS Vahrenheide am Standort der IGS Büssingweg nicht hinterfragt werden muss – oder vielleicht doch? Dem Antrag wurde mehrheitlich zugestimmt, jedoch nannte Frau Drevermann ihn in der Schulausschusssitzung nur einen „Prüfantrag“. So hätte die CDU nur einer Vierzügigkeit zugestimmt, denn was soll im Falle der Realisierung der beantragten Sechszügigkeit mit der VHS passieren, die die Räume in dem anvisierten Gebäude für ihre Schulabschlusskurse benötigt?

Birte Clasen, Lehrervertreterin im Schulausschuss der Landeshauptstadt Hannover