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// Nicht das Ranking ist das Problem, sondern die steigende Armut in unserer Stadt! //

Zur laufenden Debatte um das Ranking der Grundschulen erklärt die GEW Region Hannover:

Nicht das Ranking ist das Problem, sondern die steigende Armut in unserer Stadt!

Seit 2011 wächst jährlich das Armutsrisiko der Menschen in Hannover. „Das macht doch vor den Schulen nicht halt“, so Harald Haupt, Vorsitzender der GEW Region Hannover. „In diesem Zusammenhang ist für mich die Frage, ob das diskutierte Ranking für die Grundschulen diskriminierend ist ein Nebenschauplatz“, so Haupt, für den die Aussagen des Rankings keine große Neuigkeit sind. „Ein ähnliches Bild müssten eigentlich alle beschreiben können, die sich mit der Schulentwicklung in unserer Stadt beschäftigen.“

Der stv. Vorsitzende und Leiter der Grundschule Fuhsestraße Frank Post ergänzt: „Hier geht es nicht um die Abbildung von Schulen im Sinne von gut und schlecht. Es ist eine Liste von Prioritäten, die die verantwortlichen in Stadt und Land nun abarbeiten müssen.“

Beide Grundschullehrer betonen, dass es hilfreich und gut ist, dass die Stadtverwaltung die unterschiedlichen sozialen Lagen genau ins Visier nimmt. Es werde deutlich, dass Bildung auch in Hannover von der sozialen Herkunft der Kinder abhängt und nicht von ihren Anstrengungen. „Armut ist keine Schande, sondern ein soziales Unrecht!“, so Post.

Beide Lehrer plädieren dafür, die weiterführenden Schulen unter denselben Aspekten zu beleuchten und darzustellen. „Die unterschiedlichen Belastungen der Schulen hören nicht nach Klasse 4 auf“, so Haupt.

Die GEW verweist auf verschiedene weitere Städte, die die Situation ihrer Schulen in einem Sozialindex abbilden. In Hamburg sind damit erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen für Schulen mit besonderen Bedarfen verknüpft. Daher kann der Ansatz Hannovers nur ein erster Schritt sein, um sehr unterschiedliche Ausgangsbedingungen auszugleichen. Dabei ist viel stärker das Land gefragt. „Wir brauchen endlich für einige deutlich kleinere Klassen, wir brauchen die Arbeit von multiprofessionellen Teams und wir brauchen Möglichkeiten, die Lehrpläne so zu gestalten, dass sie den Herausforderungen in den einzelnen Schulen Rechnung tragen“, so Post.