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Wer kann sich ein Privatgymnasium leisten?

„Durch eine weitere Privatschule wird die Selektion an den Schulen in Hannover zusätzlich verstärkt“, so Harald Haupt, Kreisvorsitzender der GEW Region Hannover. Entsprechende Ergebnisse sind in Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschafsforschung (DIW) oder des Statistischen Bundesamts zu finden.
Die Stadt hatte beschlossen ein 18. Gymnasium zu planen, das einen inklusiven Ansatz haben soll. Sogar die Leitungen der 17 bestehenden Gymnasien stellen die Notwendigkeit eines weiteren Gymnasiums in Frage. Die GEW vertritt die Ansicht, dass die Hürde für Eltern von Kindern mit Förderbedarf ihr Kind an einem Gymnasium anzumelden schon besonders hoch ist. „Eine Privatschule setzt diese Hürde noch höher“, so Haupt.
Es ist nicht unüblich, dass freie Träger den Betrieb einer Schule beim Schulträger beantragen. Dass aber die Landeshauptstadt von sich aus die Trägerschaft vergeben will ist für Haupt ein fataler politischer Paradigmenwechsel.
„Viele Schulen stecken im Sanierungsstau, aber für eine private Schule wird ein neues Schulgebäude gezahlt“, ärgert sich Haupt. Das ist ein übles Signal an Schüler*innen, Eltern und Beschäftigte, deren Beschwerden über marode Gebäude bestenfalls auf einer Warteliste landen und erst nach Jahren beseitigt werden.
Ausgehend von der ursprünglichen Argumentation, es fehle zukünftig an Schulplätzen an Gymnasien zweifelt die GEW an, dass diese durch eine Privatschule gesättigt werden können. Bereits bestehende private Gymnasien spielen keine Rolle bei den Verteilerkonferenzen. Die Stadt hat somit gar keinen Einfluss darauf, dass sie Schüler*innen auf diese Schulen verteilen kann.